Rückbau der Infrastruktur beenden - Bahnverbindung zwischen Parchim und Malchow erhalten!

Am heutigen Vormittag demonstrieren Bürger vor dem Schweriner Landtag gegen die beabsichtigte Schließung der Bahnverbindung zwischen Parchim und Malchow. Sie folgen damit einem Aufruf der Bürgerinitiative „Pro Schiene Hagenow-Neustrelitz“.



Mit ihrem durchaus richtigen Anliegen kommt die Bürgerinitiative allerdings ein wenig spät.

Bereits im Oktober lehnten SPD und CDU einen Antrag im Landtag ab, der den Erhalt der Bahnstrecke und somit die Aufrechterhaltung dieser Infrastruktur forderte. Mit Verweis auf die fehlende Wirtschaftlichkeit hatte die Landesregierung zuvor die Einstellung der sogenannten „Mecklenburger Südbahn“-Strecke beschlossen.

Die Entscheidung der Landesregierung wurde gefällt, obwohl mehr als 12.000 Bürger die Initiative für den vollständigen Erhalt der Bahnstrecke „Hagenow-Neustrelitz“ unterstützten. Briefe wurden an den Minister Schlotmann geschickt, ohne daß dieser reagiert, bzw. geantwortet haben soll. Jegliche Initiative der Bürger blieb in diesem Fall ohne Erfolg.

Auch der Kreistag Ludwigslust-Parchim verabschiedete Ende Oktober mit großer Mehrheit eine Entschließung, die sich gegen die Einstellung des Bahnverkehrs zwischen Parchim und Malchow richtete. Während dieser Kreistagssitzung wurde aber auch deutlich, wie ernsthaft viele etablierte Parteienvertreter mit Bürgeranliegen umgehen.

Die NPD-Fraktion im Kreistag hielt den anwesenden Landtagsabgeordneten von SPD und CDU den Spiegel vor das Gesicht. Denn im Landtag war zum Beispiel von dem CDU-Fraktionsvorsitzenden im Kreistag, Wolfgang Waldmüller, kein Widerspruch gegen die Teilschließung der Bahnstrecke zu vernehmen. Im Kreistag hingegen sprach sich Waldmüller gegen die beabsichtigte Einstellung aus. Wohlwissend, daß ein Beschluß des Kreistages bei der Landesregierung auf taube Ohren stoßen würde.

Sicherlich muß auch der Betrieb einer Bahnstrecke aus betriebswirtschaftlicher Sicht betrachtet werden. Aber auch volkswirtschaftliche und politische Sachverhalte müssen berücksichtigt werden. Betriebswirtschaftlich wird den Bahnstrecken-Befürwortern entgegen gehalten, daß das Bahnangebot, zumindest auf Teilbereichen, von Bahnreisenden äußerst gering in Anspruch genommen wird.

Dabei wird von der Landesregierung aber außer acht gelassen, aus welchen Gründen einerseits die Bahnverbindung von nur einem sehr überschaubaren Kundenkreis genutzt wird sowie anderseits, aus welchen Gründen hier betriebswirtschaftlich keine Deckung mehr hergestellt werden kann.

Früher, als der Staat und somit die Öffentlichkeit – also das Volk – noch wirklicher Eigentümer der Bahn war, wurden finanziell weniger lohnende Bahnstrecken durch Bahnstrecken, die betriebswirtschaftlich sehr erfolgreich geführt werden konnten, ausgeglichen. Die Bahn hatte eine mehr als ausgeglichene Bilanz vorzuweisen und die Kunden waren meist zufrieden, da sie zu einem einigermaßen günstigen Preis mobil sein konnten. Heute werden hingegen Gewinne privatisiert und die Verluste müssen wiederum die Steuerzahler begleichen oder, wie in diesem Fall, die Infrastruktur wird einfach zurückgebaut.

Sicherlich gibt es auch künftig Alternativangebote, die Mobilität ermöglichen sollen, die auch zeitlich verträglich sein und kommunalen Unternehmen zugute kommen soll. Aber der Grundgedanke der Überlegungen hinsichtlich der Streichung einer Bahnverbindung ist verwerflich, da er den Abbau der Infrastruktur bedeutet und es wird nicht lange Zeit dauern, daß weitere Streckenabschnitte plötzlich und natürlich unvorhersehbar nicht mehr kostendeckend betrieben werden können.

Weitere mutmaßliche Gründe der geringen Nutzung des Angebotes sind in der Preispolitik der Bahn zu finden, die schließlich dazu führt, daß heutzutage die Nutzung des PKWs deutlich günstiger und meistens auch zuverlässiger erscheinen läßt. Und weiterhin führt natürlich das Ausbluten des ländlichen Raumes seit 1990 auch dazu, daß immer weniger Bürger überhaupt vorhanden sind, die das Angebot der Bahn nutzen können. Vor allem die Fahrzeiten, und dieses können viele Bahnfahrer anhand eigener Erfahrungen bestätigen, die auf einen sogenannten Schienenersatzverkehr angewiesen waren bzw. sind, werden sich spürbar verlängern und die Nutzung noch uninteressanter machen. Von einer Verdoppelung der Fahrtzeiten ist die Rede.

Statt die Bahnstrecke stückweise stillzulegen, sollte sich Mecklenburg-Vorpommern an Niedersachsen ein Beispiel nehmen. Dort sollen stillgelegte Bahnstrecken wieder belebt werden, um auch in der Fläche die vielgepriesene Mobilität zu ermöglichen.

Die NPD unterstützt daher den berechtigten Protest gegen den Rückbau der Infrastruktur im Land!
Quelle: www.npd-mv.de Erstellt am Donnerstag, 14. November 2013