Betreibt Bürgermeister Petersen Vetternwirtschaft?

Mit den Worten „unabhängig, ehrlich und bürgernah“ gelang es dem aus den alten Bundesländern zugezogenem Lars Petersen, die Bürgermeisterwahl im Jahr 2012 zu gewinnen. Es waren genau diesen drei Worte -  „unabhängig, ehrlich und bürgernah“ -, die dafür gesorgt haben, das er sich in der Stichwahl mit 2.340 Stimmen gegen den damaligen Amtsinhaber Klaus Kottwittenborg  durchsetzte, der nur 1.367 Stimmen bekam.

 

Lars Petersen war bis dato ein politischer Außenseiter, den man lediglich als Fotografen bei Spielen des HSV oder anderen Veranstaltungen wahrgenommen hat. Bei Gemeindevertretersitzungen sah man ihn im Vorfeld beispielsweise nie. Wir als NPD-Fraktion standen ihm zunächst neutral gegenüber. Immerhin ist es nicht einfach, von heute auf morgen so einen wichtiges Amt zu übernehmen. In einem Bericht über die Bürgermeisterwahl warnten wir allerdings damals schon:
 

„Wir sind gespannt, ob wir Einheimischen damit nicht vom Regen in die Traufe geraten. Ob Petersen wirklich der große ‚Unabhängige‘ bleibt oder ob er nicht in einem undurchsichtigen Netz von Lobbyismus und Filz untergeht, wenn er sich von den falschen Personen beraten läßt, die sich in diesem Moment bestimmt schon die gierigen Hände reiben.“
 

Leider wurde schnell klar, daß der Quereinsteiger Petersen keinen „frischen Wind“ in das Rathaus bringen würde. Durch sein Auftreten, sein Verhalten und seine Entscheidungen wurde uns früh bewußt, daß Petersen doch nicht der große „Unabhängige“ ist und im Hintergrund interessierte Strippenzieher wirkten, die nun noch mehr Einfluß geltend machen konnten. Seine Personalpolitik sprach Bände, wenn er beispielsweise als ehemaliger „Haus- und Hoffotograf“ des Handballvereins mehrere Personen aus dem HSV oder dessen Umfeld direkt im Rathaus beschäftigte oder woanders unterbrachte, wenn er auf die Stellenvergabe Einfluß hatte.


Sein neuester „Coup“ reißt ihm allerdings endgültig die Maske vom Gesicht. Entgegen dem Beschluß der Gemeindevertretung hat er der kaufmännischen Leiterin, Sabine Tzschirch,  die Gesamtleitung des Eigenbetriebes übertragen. Dabei wurde von der Gemeindevertretung mehrheitlich beschlossen, daß die stellvertretende Kurdirektorin Karin Lehmann den Eigenbetrieb übergangsmäßig leiten sollte.
 

Doch es kommt noch besser. Als Assistenten der Geschäftsführung  bekommt Frau Tzschirch Rolf Landau an die Seite gestellt. Landau gilt als enger Vertrauter von Petersen, allerdings wurde sein Vertrag als Geschäftsführer der Kaiserbäder Tourismus Service GmbH (KTS) durch die Gemeindevertretung im Dezember – trotz Druckausübung durch den Bürgermeister – nicht verlängert. Nun wurde von Petersen einfach eine neue Stelle geschaffen, die es im Stellenplan nicht gibt und die Landau ohne Ausschreibung zugesprochen bekam. So etwas nennt man nach unserem Verständnis politische Vetternwirtschaft!
 

Man kann die Entscheidungen der Gemeindevertretung gut finden oder auch nicht – wir haben da auch unsere ganz eigene Meinung. Fakt ist aber, daß der amtierende Bürgermeister Petersen damit einmal mehr auch seine Demokratiedefizite beweist, ähnlich wie er es bei der Wahl der NPD in den Tourismus-Ausschuß getan hat. Wenn die Mehrheit in einem Parlament für oder gegen etwas entscheidet, kann man Kraft seiner Wassersuppe nicht einfach anders handeln.


Petersen scheint seine ganz eigene Interpretation von Demokratie zu haben und ist alles andere als „unabhängig, ehrlich und bürgernah“. Er betreibt politische Vetternwirtschaft und ist ein Lobbyist wie viele andere Politiker, auch wenn er noch parteilos ist. Mit seinem Bürgermeister-Hilfsverein INKA versucht er nun nichts anderes, als die Mehrheitsverhältnisse in der Gemeindevertretung zu seinen Gunsten zu korrigieren. Wir hoffen und sind uns eigentlich ziemlich sicher, daß der Großteil der Einheimischen bei der Gemeindevertreterwahl kein zweites Mal auf ihn und seine Einflüsterer-Clique hereinfällt
zurück | drucken Erstellt am Freitag, 24. Januar 2014